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  • L'ACTU DES VAPEURS

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Erhalt der Dampfschiffe in der Schweiz: Belle-Époque-Schiffe zu lieben bedeutet auch, sie zu schonen

Sie verkörpern ein einzigartiges lebendiges Kulturerbe der Schweiz – vor einer Postkartenkulisse, mit ihren eleganten Silhouetten und ihren über hundertjährigen Maschinen.

Der Dampfer « La Suisse », die « Savoie » und die « Montreux » in der Werft der CGN während der Tage der offenen Tür im April

Artikel automatisch aus dem Französischen übersetzt – Doch ein Blick hinter die Kulissen genügt, um eine oft unterschätzte Realität zu erkennen: Diese Schiffe sind fragil.

Das Jahr 2025 hat diese Problematik besonders deutlich gemacht. Mitten in der Hochsaison konnte kein einziger Dampfer auf dem Genfersee verkehren. Eine Situation, die zu einem Umdenken geführt hat: Wenn man diese symbolträchtigen Schiffe auch künftig auf unseren Seen sehen möchte, wird man lernen müssen, sorgsamer mit ihnen umzugehen.

Intensive Nutzung hinterlässt Spuren

Unter allen Schweizer Dampfschiffen ist das Flaggschiff der CGN, die « La Suisse », wohl das eindrücklichste Beispiel für eine intensive Nutzung. Der 1910 in Dienst gestellte Dampfer wurde in den vergangenen Jahren stark beansprucht und legte allein im Jahr 2024 fast 24’000 Kilometer zurück. Eine enorme Belastung für ein Schiff, dessen wesentliche Bestandteile seit dem Stapellauf nie ersetzt wurden.

Die « La Suisse » wartet in der Werft auf ihre Reparatur

Ihre Dampfmaschine, die Schaufelräder sowie ein grosser Teil der Stahlplatten des Rumpfes stammen noch aus der Originalzeit. Diese Komponenten wurden einst von Sulzer in Winterthur für eine Lebensdauer von rund 80 Jahren konzipiert. Die « La Suisse » hat diese Grenze inzwischen um rund dreissig Jahre überschritten.

Hinzu kommen Zeitperioden, in denen nur ein Minimum an Unterhalt durchgeführt wurde, weil man damals davon ausging, diese alternden Schiffe später ohnehin zu ersetzen. In den 1960er-Jahren hätte sich niemand vorstellen können, dass ein Schiff vom Anfang des 20. Jahrhunderts im Jahr 2026 noch regelmässig im Einsatz stehen würde.

Mechanische Grenzen erreicht

So robust diese Maschinen auch sind – irgendwann stossen sie an ihre Grenzen. Genau das ist bei der « La Suisse » passiert: An einer Halterung des Hochdruckzylinders wurde ein Riss entdeckt. Ein Schaden, der heute einen schweren Eingriff erforderlich macht, der im Unterhaltsbudget 2026 der Flotte nicht vorgesehen war.

Die Dampfmaschine der « La Suisse »

Auch die Zeit spielt nicht zugunsten der Betreiber. Seit den grossen Renovationen zu Beginn der 2000er-Jahre auf dem Genfersee und dem wachsenden Bewusstsein für den historischen Wert dieser Flotte sind inzwischen mehr als zwanzig Jahre vergangen. Die ersten Restaurierungen erreichen heute selbst ein kritisches Alter und erfordern erneut grössere Arbeiten, während gleichzeitig der Bedarf an Eingriffen an Originalbauteilen immer weiter zunimmt.

Ein Strategiewechsel wird unverzichtbar

Angesichts dieser Realität hat die CGN seit vergangenem Jahr einen grundlegenden Wandel eingeleitet: weg von punktuellen Reparaturen hin zu einem präventiven und nachhaltigen Unterhaltskonzept. Dies bedeutet grössere Investitionen, tiefgreifende Renovationen, aber auch eine Anpassung des Betriebs der Schiffe.

Montage eines der neuen Schaufelräder auf der « Vevey »

Einige Schifffahrtsgesellschaften in der Schweiz haben diesen Wandel bereits eingeleitet, indem sie die Dampfschiffe schonender einsetzen oder gezielt hochwertige touristische Angebote entwickeln.

Auch die Frage der Geschwindigkeit wird neu überdacht. Dies gehört zu den Veränderungen auf dem Genfersee ab 2026. Während die Schiffe dort lange schneller unterwegs waren als auf anderen Schweizer Seen und die Maschinen dadurch stark belasteten, wurde nun eine schrittweise Reduktion von 25 km/h auf 22 km/h beschlossen.

Akzeptieren, um zu bewahren

Die Erkenntnis ist heute klar und unausweichlich: Man wird Zeiten akzeptieren müssen, in denen einzelne Schiffe ausser Betrieb sind und weniger Belle-Époque-Schiffe regelmässig verkehren. Entscheidungen, die kurzfristig frustrierend erscheinen mögen, langfristig jedoch notwendig sind.

« Wir müssen weniger, aber besser fahren »

5 Fragen an Vincent Pellissier, Direktor der CGN

Wird die Fragilität der Belle-Époque-Flotte von der Öffentlichkeit noch immer unterschätzt?

Vincent Pellissier : Ja, wahrscheinlich unterschätzt die breite Öffentlichkeit die Fragilität dieser Flotte. Diese Schiffe gehören seit Generationen zum Bild des Genfersees, und die Menschen am See fühlen sich ihnen stark verbunden. Ihre – selbst nur vorübergehende – Abwesenheit sorgt deshalb verständlicherweise für Enttäuschung.

Deshalb verstärken wir unsere Kommunikation, um diese Realität besser verständlich zu machen: Es handelt sich um über hundertjährige Schiffe, die ständige Aufmerksamkeit und immer komplexere Eingriffe benötigen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung dieses lebendigen Kulturerbes zu sensibilisieren und die heutigen betrieblichen Entscheidungen zur langfristigen Sicherung dieser Flotte zu erklären.

Der Fall der « La Suisse » zeigt diese Realität deutlich: Ein einfacher Riss genügte, um diesen Giganten des Genfersees stillzulegen. War ihr Betrieb rückblickend zu intensiv?

Tatsächlich kann der Betrieb der « La Suisse » rückblickend als zu intensiv betrachtet werden. Im Vergleich zu gleich alten Schiffen auf anderen Schweizer Seen legte sie 2024 beispielsweise drei- bis viermal mehr Kilometer zurück. Das Schiff wurde stark beansprucht, um die Nachfrage zu erfüllen.

Diese Situation führt heute dazu, dass wir unsere Strategie anpassen: mit einer moderateren Nutzung und verstärkter Wartung, um dieses symbolträchtige Kulturerbe langfristig zu erhalten.

Wie erklären Sie den Enthusiasten die Entscheidung, 2026 nur drei Belle-Époque-Schiffe im regulären Fahrplan einzusetzen?

Es ist nicht korrekt zu sagen, dass wir uns auf drei Schiffe beschränken. Tatsächlich werden während der Hochsaison 2026 drei reguläre Kurse mit Belle-Époque-Schiffen durchgeführt. Um die Stabilität dieses Fahrplans sicherzustellen und die Zahl der für unsere Kunden ärgerlichen Ausfälle zu reduzieren, arbeiten wir mit einem Reserveschiff. Angesichts der Sensibilität dieser Maschinen ist dieser Ansatz entscheidend, um die Zuverlässigkeit unseres Angebots zu verbessern.

Ab Juli werden sogar fünf historische Schiffe im Einsatz stehen, wodurch wir beispielsweise auch private Kreuzfahrten anbieten können. Für solche Angebote besteht eine grosse Nachfrage.

Die « Savoie » während der Kreuzfahrt « Patrimoine Tour »

Der Unterhalt der Belle-Époque-Flotte kann offensichtlich nicht allein durch Ticketverkäufe finanziert werden. Die Unterstützung der ABVL spielt eine Schlüsselrolle – reicht sie aus?

Leider nein. Die Entschädigungen von Bund und Kantonen decken lediglich die Kosten des öffentlichen Verkehrsauftrags. Die drei Kantone übernehmen im Rahmen ihrer touristischen Bestellungen auch einen Teil der erheblichen Mehrkosten, die durch den Einsatz der Belle-Époque-Flotte entstehen – ebenfalls im Sinne der Denkmalpflege.

Deshalb basiert das Modell für schwere Unterhaltsarbeiten und Renovationen auf einer öffentlich-privaten Finanzierung. Angesichts der kommenden Herausforderungen muss dieses Modell weiter gestärkt werden. Gemeinsam mit der ABVL haben wir deshalb eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die zusätzliche Finanzierungen sucht – insbesondere für die Renovation der « Simplon ».

Bedeutet es heute, diese Schiffe zu lieben, zu akzeptieren, dass sie weniger fahren – während früher die grösste Angst war, dass sie gar nicht mehr fahren?

Ja, diese Entwicklung muss akzeptiert werden. Heute geht es darum, diese Schiffe langfristig zu erhalten. Das bedeutet, sie « besser » fahren zu lassen, sie besser zu warten und weniger stark zu beanspruchen. Dazu gehören eine verstärkte präventive Wartung, aber auch geringere Geschwindigkeiten und weniger gefahrene Kilometer.

Auch die Betriebszeiten müssen an die physikalischen Grenzen dieser Maschinen angepasst werden, insbesondere bei Dampfantrieben, die für den Winterbetrieb nicht geeignet sind. Konkret bedeutet dies beispielsweise den Verzicht auf Fahrten im Januar und Februar. Diese Entwicklung entspricht auch den Erwartungen der Fahrgäste. Die Winterfrequenzen sind sehr gering und verursachen hohe Kosten, da die Maschinen die ganze Woche beheizt und überwacht werden müssen – für nur wenige Stunden Betrieb am Wochenende.

Parallel dazu befürworten wir einen stationären Betrieb am Quai sowie eine Verlängerung der Saison im Herbst. Ich sage es nochmals: Wir müssen weniger, aber besser fahren.

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